Bollywood-Kleinstadt-Komödie: Luv Shuv Tey Chicken Khurana (2012, mit Kunal Kapoor) – mit Trailer & Szenen – 3 Sterne

Die Geschichte ist nicht over-the-top. Nein, sie spielt in einem staubigen Dorf und präsentiert Alltagsinder (mit Ausnahme der infantil überkandidelten Gangster). Dennoch wirkt das Buch in vielen Punkten unrealistisch und willkürlich, und das trübt den Genuss.

Die Liebespaare zeigen keinerlei Anziehung. Die Hauptfigur ist bekennendes Charakterschwein, wird aber trotzdem von der Familie und der Angebeteten akzeptiert. Wenn sie schweigen müssen, schauen die Darsteller nur glasig ins Nichts, vor allem der durchgehend apathische Hauptheld Kunal Kapoor.

Es gibt mit wenigen Ausnahmen kaum Witz. Zum Ausgleich dröhnen im ersten Filmteil reichlich Darmwinde; haha, lustig. Nicht viel attraktiver klingt freilich die Musik, die zwar mit Punjabi-Beats, aber oft komplett elektronisch instrumentiert ertönt; man denkt an eine durchgebrannte Bontempi-Orgel.

Man würde Luv Shuv Tey Chicken Khurana (2012) so gerne gernhaben, mit seinem Low-Budget-Charme und dem betont schlichten Dorfleben; doch die gravierenden Mängel verhindern größere Gefühle. Immerhin, obwohl der Film eine Reise von London in ein Punjabi-Dorf zeigt, kommt er ohne gelbe Senfblütenfelder aus – vielleicht eine Premiere in der Hindifilmgeschichte? (Regisseur Sameer Sharma war Regieassistent beim London-Punjab-Senffelder-Film schlechthin, Dilwale Dulhania Le Jayenge.)

Doch echte Filme vom Land können die Südinder viel besser, speziell die in Kerala, oder man beauftrage Shyam Benegal. Dem Buch fehlt der Humor, der Krimihandlung die Plausibilität und das Seelendrama erscheint unglaubwürdig, lahm und allzu filmi.


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