Rezension Bollywood-Klamauk: Khichdi: The Movie (2010) – 4 Videos – 8 Sterne

Dieser Film ist schrill, schräg, dämlich, kindisch, trieft vor Selbstironie und geht schamlos over the top. Trotzdem wirkt der Irrsinn nie peinlich: Es gibt viele Wortspiele, die Kamera findet attraktive Blickwinkel, die Szenen sind gut choreographiert mit unterschiedlichen Abläufen in Vorder- und Hintergrund.

Dazu kommt eine absurd vergnügliche Tanznummer. Amüsant auch die Hintergrundmusik, die oft direkt auf Aussagen der Akteure reagiert.

Grimassen:

Die Schauspieler grimassieren und gestikulieren massiv. Der Streifen läuft mit gutem Tempo durch und ist nach zwei Stunden schon wieder vorbei – für Indien fast ein Kurzfilm.

Khichdi zeigt auch die respektloseste Bestattung, die ich je in einem Indienfilm gesehen habe: dort erklingt sogar das laszive Beedi Jalaile aus Omkara innerhalb der Zeremonie (Omkara-Besprechung auf HansBlog.de mit Beedi-Video). Und, keinesfalls selbstverständlich in einer Komödie aus Mumbai oder südlicheren indischen Metropolen: Khichdi verzichtet auf Vulgäres und Gewalt.

Bollywood-Parodie:

Fast schon gehässig parodiert Khichdi viele andere Bollywood-Filme und einige Schauspieler. Khichdi: The Movie entstand aus einer TV-Serie und wirkt am besten, wenn man schon Dutzende Bolly-Streifen kennt.

Khichdi scheint so ziemlich ganz Bollyland zweitzuverwerten, und es erinnert manchmal an eine Sparversion von Om Shanti Om – auch dieser Kracher von 2007 parodierte Bollywoodfilme und -sitten im Dutzend. Interessant dabei: OSO-Regisseurin Farah Khan hat einen Kurzauftritt in Khichdi, als Regisseurin.

Inspirition fand Khichdi ganz offenkundig bei Dilwale Dulhania Le Jayenge von 1995. Khichdis Hauptdarsteller und Produzent J.D. Majethia kopierte einige Shah-Rukh-Khan-Gesten – er ist die Hauptfigur sowohl bei DDLJ wie auch bei OSO.

Lachangriff:

Ich habe mehr gelacht als in vielen anderen Hindi-Komödien (gute Indien-Komödien auf HansBlog) und wurde immer gut unterhalten. Anders als DDLJ oder OSO hat Khichdi keine längeren öden Strecken. Selbst beim zweiten Ansehen bereitete Khichdi noch viel Spaß.

Allerdings wirkten manche Szenen dann doch etwas ausgewalzt, ein paar Witzrezepte überstrapaziert. Khichdi blieb aber auch in der Wiederholung ein Knüller.

Natürlich sollte sich das Khichdi-Publikum an einem Rat orientieren, den Darstellerin Kirti Kulhari im Making-of gibt: Lass dein Hirn an der Garderobe und amüsiere dich einfach.





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