Bollywood: Jhoom Barabar Jhoom (2007, mit Abhishek Bachchan, Preity Zinta; mit Trailer & 5 Songs) – 2 Sterne

Die Musik von Shankar-Ehsaan-Loy ist zeitweise ganz unterhaltsam. Das Handlungsgerüst – von Anurag Kashyap, der für Textqualität steht – bietet interessante Möglichkeiten (ich meine das Handlungsgerüst, nicht die Dialoge). Mehr kann man indes nicht loben.

JBJ trieft vor Klischees. Es spielt vor allem in London und Paris und jedes Postkartenklischee von dort wärmt der Film getreulich auf.

Zu den Schauspielern, das muss man schon sagen:

Die Schauspieler agieren extrem aufgesetzt, teils schon körperlich unangenehm, so Abhishek Bachchan zu Beginn als ach so lässiger Kleindealer und Bobby Deol als Rechtsanwalt, der einer Boy Band entsprungen zu sein scheint und in einem Märchenpalast empfängt. Das quält selbst, wenn es sich als Phantasiegespinst entpuppt.

Selten wirkte ein ‚Liebespaar‘ so unpassend wie Preity Zinta und Abhishek hier (sie sollten es bei ihrer Freundschaft aus KANK belassen). Wie fast jede Produktion von Yash Raj Films ertrinkt JBJ in aufwändigsten Tänzen, Kostümen, Studiobauten, Punjab-Reminiszenzen und Bollywood-Selbstreferenzen. Mal was Neues?

Warum man darüber – trotzdem – nicht lachen kann:

Nun sagen einige, JBJ sei doch nur ein vergnüglicher Masala-Spaß, einfach nur ein fröhliches Spektakel aus Musik, Tanz und clownesken Einzelszenen, kein Bergman-Problemfilm. Der will doch nur spielen.

So etwas kann ich durchaus genießen, sagen wir Om Shanti Om oder ein paar ausgelassen durchgeknallte Streifen aus den 60ern bis 90ern.

Doch JBJ ist viel schlechter:

Weder realistisch und schlüssig noch komisch und sympathisch. Es kommt auch keine gute Laune rüber.

Nur geschmacklose Witze über Jesus, Dunkelhäutige, die letzten Stunden von Lady Di und eine platt plump auf knapp geschneiderte Lara Dutta. Die immer- und immergleichen Gesangseinlagen von Itemboy Amitabh Bachchan als Althippie-Barde mit Doppelhals-E-Gitarre ohne Verstärker auf dem Bahnhof tragen nichts zur Geschichte bei und wirken wie nachträglich eingeklebt.


Der Regisseur konnte es schonmal besser:

Regisseur Shaad Ali (Sahgal) hatte seine beste Arbeit gleich 2002 mit dem Debut Saathiya. Allerdings baute er da nur getreulich das Tamil-Vorbild seines großen Lehrers Mani Ratnam nach.

Darauf folgte das mittelprächtige Bunty aur Bubli, das mit Vater und Sohn Bachchan, Taj-Mahal-Kulisse und viel S-E-L-Musik bereits Elemente von JBJ vorwegnahm.



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