Bollywood-Film: Mein Herz ruft nach Liebe – Dil Bole Hadippa! (2009, mit Shahid Kapoor, Rani Mukerji; mit Trailer & 3 Songs) – 5 Sterne

Das hat mir gefallen:

  • „Dil Bole Hadippa“ lässt noch deutlicher erkennen, wie gut „Chak de! India“ (mit dem selben Kameramann) als Sport- und Frauenfilm gelungen ist
  • viele knackige Punjabi-Songs, man könnte allerdings auch meinen: zu viele
  • Rani, Rani, Rani: Rani Mukerji verhindert ein völliges Absaufen des Films. Mit ungewöhnlich langen Haaren und fröhlichem Lächeln weckt sie Sympathien in ihrer Frauenrolle, und als kleines verliebtes Cricketmännchen mit aufgepapptem Fusselbart fasziniert sie teilweise. Ihre erschrockenen, ehrerbietigen Blicke Richtung Teamchef Shahid Kapoor gehören zu den berührendsten Momenten in DBH. Manchmal dachte ich an „Aaja Nachle“: So wie Mukerji in DBH, hatte die fantastische Madhuri Dixit ein tolles Comeback in „Aaja Nachle“ – in einem ansonsten ebenfalls mediokren Film
  • aufwändige, hübsch bunte Produktion, Disney Punjabi

Aber die Nachteile wiegen schwer:

  • selbst innerhalb ihrer eigenen DBH-Logik bleibt die Geschichte unglaubwürdig, das Buch ist besonders schwach, der Persönlichkeitstausch noch weniger glaubhaft als in „Rab Ne Bana Di Jodi“, einer anderen Hochglanzkomödie des selben Filmstudios; der erfahrene und weniger klischee- und kitschanfällige Autor Jaideep Sahni (auch „Chak de! India“) hat hier leider nur die Liedtexte verfasst. (Indische Kritiker monierten auch besonders unrealistische Details beim Cricketspiel.)
  • Milchbart Shahid Kapoor überzeugt keine Sekunde als kerniger Sportmacker. Seine fordernden Trainerblicke sind sowas von aufgesetzt, sein silbriges Schmachten gegenüber Frau Mukerji ist gesetzwidrig sülzig. Er schläfert nicht ganz so ein wie in „Jab We Met“, zeigt in DBH allerdings auch weniger seines beachtlichen Tanztalents
  • der Film ist unelegant geschnitten, kommt nicht in Fluss, schielt immer nur auf den nächstbesten Effekt und rumpelt unrhythmisch aufs Ende zu:
  • ein endloses Sportfinale mit erdrückend bombastischer Musik und dann als Finale zum Finale noch eine pathetische Ansprache
  • besonders klischierte Nebenfiguren, so die bauchfrei verwestlichten Boxenluder und ein verkniffen grimmiger pakistanischer Sportler
  • die immergleichen Zutaten aus dem Hause Yash Raj Films: fröhliche Menschen im schönen Punjab, die reich und glücklich oder mindestens arm und glücklich sind, Friede-Freude-Eierkuchen an der Indo-Pak-Front und Indien-Patriotismus. Dazu Zitate aus früheren Erfolgsfilmen: kurz nach „Bachna Ae Haseeno“ erklingt in DBH schon wieder die heitere, 15 Jahre alte Melodie aus „Dilwale Dulhania Le Jayenge“ – doch einen herzbeglückenden Knaller wie DDLJ hat YRF schon lange nicht mehr aufgelegt


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