Rezension Bollywood-Film: Kuch Kuch Hota Hai – Und ganz plötzlich ist es Liebe (1998, mit Shah Rukh Khan, Kajol; mit Trailer & Songs) – 7 Sterne

Ein Bollywood-Klassiker mit Superstars in allen Ressorts. Der Film beginnt mit einer Feuerbestattung und wird bald danach quietschlustig.

Autor und Regisseur Karan Johar dreht das ganz große Rad und drückt feste auf Tränen- und sonstige Drüsen. Im ersten Teil eine kunterbunte, grelle College-Komödie mit vielen Lachern. Danach dramatische Liebesgeschichte mit immer neuen Umschwüngen.

Flüssige Unterhaltung:

Die Handlung läuft flüssig ohne Hänger durch. Beste Unterhaltung für alle, die pompöse Drei-Stunden-Bollys voller Song&Dance generell mögen.

Jatin-Lalit produzierten zahlreiche exzellente Lieder – teils den charmant altmodischen Bollywood-Hindi-Swing, dann wieder rockige Nummern mit schleppend-ansteckendem Groove. Hinreißend die von Farah Khan arrangierten Tänze, die wieder durch exzellente Kameraführung und vielseitige Aktionen in unterschiedlichen Bildzonen beeindrucken. So guten Tanz sah ich selten in einem Bollywoodstreifen (Choreografin Khan hat auch einen Miniauftritt im Film).

Erst Schwerenöter, dann treusorgender Paps:

Shah Rukh Khan zieht wieder seine Bravournummer durch: zunächst den Schwerenöter-Frauenschwarm, dann den treusorgenden Paps, natürlich sieht er klasse aus. Kajol hat hier weniger Ausstrahlung als in anderen Filmen: Im ganzen Collegeteil spielt sie einen weiblichen Lausbub mit kurzen Haaren, später wird sie teilweise von ihren Hochzeitsvorbereitungen geradezu erdrückt; doch die wenigen intensiven Kajol-Momente von „Kuch Kuch Hota Hai“ sind den Film allein wert. Diese Augen.

Die sehr junge Rani Mukherji musste nach Absagen anderer Schauspielinnen einspringen und ist hier teils kaum wiederzuerkennen. Sie wirkt streckenweise wie jemand anders aus.

Parallelen zu anderen Bollywood-Filmen:

Mir persönlich gefällt Dilwale Dulhania Le Jayenge – Wer zuerst kommt, kriegt die Braut (1995; Hauptdarsteller: Shah Rukh Khan und Kajol) besser als „Kuch Kuch Hota Hai“, denn es ist nicht mit der drückenden Tragik einer toten Mutter und geliebten Frau befrachtet und insgesamt noch jugendfrischer und unbeschwerter. Andererseits, das ist auch positiv, verzichtet KKHH auf Gewaltszenen.

KKHH weckt auch Erinnerungen an Mohabbatein – Denn meine Liebe ist unsterblich (2000, Hauptdarsteller Shah Rukh Khan), das auch an einem College spielt; dieser Film kommt aber mit einer tot geisternden Geliebten und einem überpräsenten Donnervater Amitabh Bachchan allzu tragisch daher.

Warum keine Höchstnote für KKHH? Wegen der teils allzu offensichtlich aufgetischten Melodramatik und klischeehafter Figuren, vor allem war einiges Personal im College-Teil zu schrill (und der notorische Bollyclown Johnny Lever stört den Film auch).

Dennoch ist KKHH einer der ganz großen Bollywood-Klassiker seit 1995, die man öfter sehen kann.


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