Rezension Bollywood-Bauernschwank-Oldie: Satte Pe Satta (1982, mit Amitabh Bachchan, Hema Malini) – Trailer & 4 Songs – 7 Sterne


Zunächst haust Amitabh Bachchan mit seiner Schar grenzdebiler Dorfdeppenbrüder fast wie die Wilden in einer abbruchreifen Bauernbude. Der hoffnungslose Trupp erscheint erst mal in Unterhose – außer Bachchan, leider. Das Ganze vollkrass, überaus lustig und mit Freude an herzhaftestmöglicher Übertreibung (inspiriert von Seven Brides for Seven Brothers).

Das hat mir gefallen:

Ich habe viel gelacht, zumal, was nicht selbstverständlich ist, alle Späße oberhalb der Gürtellinie landen.

Irgendwann kommen Frauen ins Spiel, und die räumen bei der Räuberbande ordentlich auf. Hema Malini gibt die resolute Mutter der Kompanie, sympathisch und hübsch anzuschauen.

Ab der zweiten Hälfte schleichen sich ernstere Töne ein:

Masala ist eben nicht nur Comedy und Singsang am Palmenstrand: Kapitalverbrechen werden geplant und ausgeführt, Herzen schmelzen reihenweise, medizinische Wunder geschehen, es gibt bombastisch gefilmte, brutale Prügeleien mit viel „di-shoom, di-shoom“ (Bollywoods Einheits-Tonkonserve für aufschlagende Fäuste).

Bachchan und Malini zeigen menschliche und heldenhafte Seiten, beide wirken nun weit intensiver, als man es in einer durchgeknallten Bollywoodkomödie erwartet. Man braucht sogar Taschentücher.

Speziell Bachchan wird immer wieder toll gefilmt und Drehbuch-bedingt zeigt er ein breites Spektrum an Gefühlen und Mentalitäten. Die Liedchen von Starkomponist R.D. Burman sind nett, bleiben aber nicht dauerhaft im Ohr.

Fazit:

Hirn aus, Player an – und beste Unterhaltung. Bloß nicht zuviel Logik.

Die krasse Übertreibung zwecks Entertainmentbeiwertmaximierung erinnerte mich an Duplicate, English Babu Desi Mem und Zamaana Deewana, Masalakracher mit Shah Rukh Khan aus den Mittneunzigern, Amitabh Bachchan gibt seinem Film aber mehr Substanz.





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