Rezension Le Monde diplomatique: Indien – Die barfüßige Großmacht (2010) – 7 Sterne

Faktenreich referieren die Autoren – Wissenschaftler und ein paar Journalisten – vor allem über Politik und soziale Unruhen. Die Sympathie für alternative Ideen und machtlose Kleinbauern scheint gelegentlich durch.

Ein buntes Magazin mit schönen Bildstrecken ist es nicht:

„Indien, die barfüßige Großmacht“ zeigt einzelne, gute, groß aufgezogene Fotos. Aber die Bleiwüste dominiert.

Nord- und Mittelindien stehen im Mittelpunkt, die südlichsten Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala an der Südspitze erscheinen gar nicht. Die Artikel über Bollywoodfilme (von Dorothee Wenner) und neue indische Literatur wirken wie Fremdkörper in diesem sehr politischen Heft, der akademische Ton stört hier noch mehr als im Politikteil.

Mehrere Aufsätze waren bei Erscheinen des Hefts 2010 schon älter:

So stammt der Beitrag über indische Literatur von 2007 und enthält keinen Hinweis auf den Booker-Preisträger von 2008, Aravind Adiga, dessen packende Indien-von-unten-Geschichte „Der weiße Tiger“ gut zu dem Heft gepasst hätte. Interessant: die Liste mit Links zu alternativen Indien-Seiten im Internet.


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