Rezension Afrika-Bericht: Auf der Fährte des Teufels: Zu Fuß durch Sierra Leone und Liberia, von Tim Butcher – 7 Sterne

Auf den Spuren von Graham und Barbara Greene wandert Preisjournalist Tim Butcher durch den liberischen Urwald, seine Reise beginnt mit einer Busfahrt durch Sierra Leone (engl. Titel Chasing the Devil; dt. Auf der Fährte des Teufels; ich hatte die englische Fassung und kann die Übersetzung nicht beurteilen).

Das lässt sich gut lesen, dennoch wirkt das Buch überfrachtet:

Butcher füllt das Buch mit zahlreichen auch privaten Rückblenden und geschichtlichen Abrissen, die manchmal wie als Füllmaterial zusammengegoogelt wirken. Auch die altbekannte Geschichte von Bruno, dem Killeraffen in Sierra Leone, darf nicht fehlen.

Etwas zu verkrampft listet Butcher auch Parallelen oder Gegensätze zur Original-Expedition aus den 30er Jahren auf (Graham Greene schrieb darüber das Buch Journey without Maps, Barbara Greene schrieb Too Late to Turn Back und ist weit unterhaltsamer). Fast schon lüstern malt Butcher die rauhen Sitten in Westafrika aus, schildert bluttriefend Menschenopfer, Erschießungen am Strand und eigene Erlebnisse aus dem Krieg in Sierra Leone zehn Jahre zuvor.

Bei den Informationen geht Butcher weit in die Tiefe, auch über Graham und Barbara Greene und über die Rolle der Eisenbahn in Sierra Leone vor 1945 fördert er Interessantes zutage. Ich wünschte nur, er würde mehr von der Wanderung selbst berichten und sich weniger an den Greueln und seinen heroischen Leiden delektieren.


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