3 Afrika-Romane in: On the Edge of the Great Rift, von Paul Theroux

Der 1996 erschienene Sammelband On the Edge of the Great Rift enthält drei frühe Afrika-Romane von Paul Theroux, die ich ausführlich jeweils einzeln bespreche:

Hier eine Übersicht über den Sammelband:

Die drei Romane des Sammelbands wirken – für den späteren, viel erfolgreicheren Theroux sehr ungewöhnlich – eher satirisch und verspielt. Das lässt an den jungen V.S. Naipaul denken, dessen erste Romane eine später gänzlich verschwundene, liebevoll-amüsierte Seite offenbaren. Beide Autoren schreiben zudem über den Zugereiste in der Fremde, den Clash der Kulturen. Naipaul, der Therouxs frühe Romane bei ihrer Begegnung in Uganda teils redigiert hatte, erscheint mit seinen Frühwerken Mr. Biswas, Miguel Street, Mystischer Masseur und Wahlkampf auf karibisch allerdings deutlich subtiler und ergiebiger als Theroux.

Alle drei Romane in On the Edge of the Great Rift spielen in Afrika, doch Schwarzafrikaner agieren nur als Statisten, bestenfalls in Nebenrollen: In zwei Romanen konzentriert sich Theroux auf Weiße (Lehrerinnen, Versicherungsvertreter, Revoluzzer); in Fong and the Indians stehen Chinesisch- und Indischstämmige im Mittelpunkt. Die Schwarzafrikaner und ihre Länder kommen nie sonderlich gut weg und das zuletzt erschienene Dschungelliebe schildert Nachlässigkeit und Verkommenheit mit viel Verdruss.

Richtig gute Afrika-Passagen lieferte Theroux erst in den späteren, mehr oder weniger autobiographischen Büchern Mein geheimes Leben (engl. My Secret History), Mein anderes Leben (engl.) My Other Life und Sir Vidia’s Shadow; noch später, im Reisebericht Dark Star Safari, schneidet das Afrika von 2004 sehr schlecht ab und das Buch ist auch kein Genuss. Die bekannten Afrika-Romane von V.S. Naipaul sind besser.

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